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tafel13aBedeutende Granitindustrie im Vils-Engtal

Das Vils-Engtal, beginnend bei der Ortschaft Mattenham, erstreckt sich etwa vier Kilometer flussabwärts bis in die Stadt Vilshofen hinein, fast bis zur Mündung der Vils in die Donau. In diesem Bereich hat sich der Fluß im Lauf der Jahrtausende durch den Granit sein enges Bett geschaffen. Charakteristisch für das Gebiet sind dei bis an das Gewässer steil abfallenden Seitenhänge, die beinahe durchgend bewaldet sind.

 

 

tafel3bIn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem außergewöhnlichen Wendepunkt in der bisher weitgehend unberührten Naturlandschaft des Vils-Engtales. Das Granitgestein erregte die Aufmerksamkeit von Industriepionieren. Diese wollten das Material unter anderem beim Bau der Eisanbahnlinie Regensburg - Passau, der zu dieser Zeit erfolgte, zum Brückenbau oder als Wegbaummaterial einsetzen. 1585 wurde die erste Fläche bei Sollasöd von Joseph Rutschmann, einem Stadtschullehrer in Vilshofen, gekauft und erschlossen. Das gewonnene Material war durch seine große Härte vor allem als Pflasterstein optimal geeignet. Damit wurden Straßen und Brücken unter anderem im Zentrum Münchens gepflastert. Die Hauptblütezeit des Granitabbaus war sicherlich zwischen 1895 und 1915. In diesem Zeitraum gab es 16 Einzelbrüche, die durchschnittlich 5000 Waggonladungen Steinmaterial im Jahr produzierten.

 

Eine Ära geht nach fast 100 Jahren zu Ende

tafel4aWährend und nach dem 1. Weltkrieg wurde die Arbeit zeitweise eingestellt, in der Folge wurde die Steinbrüche nach und nach stillgelegt. Als letzter Bruch wurde schließlich 1943 der Kalvari-Bruch gegenüber der heitgen "Taferl-Kapelle" aufgegeben. Am eindruckvollsten kündet bis heute der mit Wasser gefüllte "Taferlsee", der ehemals größte Bruch im Vils-Engtal, von der Epoche intensiver Granitindustrie. Dabei wurde die Landschaft massiv verändert und eine umfangreiche gewerbliche Infrastruktur geschaffen.

Im Laufe von Jahrzehnten eroberte sich die Natur das Vils-Engtal wieder zurück. Fast völlig ungestört konnte sich in den verschiedenen Lebensräumen eine besonders artenreiche Flora und Fauna entwickeln. 1997 wurde das Gebiet schließlich unter Naturschutz gestellt. Heute weisen nur mehr wenige geheimnisvolle Relikte auf die interessante Industriegeschichte hin.

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