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Zechbräu – zuletzt Gasthof Schneider

Im Häuser- und Rustikal-Steuerkataster des Distrikts Pleinting von 1809 sind drei Brauereien belegt: Joseph Schaudeck, Hausnummer 45, Franz Archauer, Nr. 49, Martin Archauer, Nr. 87.
Erster namentlich nachgewiesener Brauer auf der Braustätte Nr. 49 ist ein Johann Mödlspeck. Einer der nachfolgenden Brauereieigner war Georg Wirrer, auch Wührer, der sich beim Marktkämmerer (Bürgermeister) über zu viel erhobener Abgaben beklagte. Er entstammte, wie so manch andere „braxador“ auch, aus einer renommierten Brauereidynastie Wirrer aus Triftern. Später ging die Brauerei an Christoph Schaudeck über, der die nicht brauberechtigte Witwe von Georg Wührer heiratete. Aus dieser Zeit ist ein Rechtsstreit wegen der Wasserleitung überliefert. Das Wasser wurde von den Quellen am Frauenberg gesammelt und in Holzrohren, sog. „Deicheln“, in den Markt geleitet. Später wurden die hölzernen Rohe durch Ziegel- bzw. Bleirohre ersetzt. Eine Urkunde von 1704 bezeugt bereits eine Wasserleitung zum Bräuhaus Nr. 49. Der seinerzeitige Besitzer Josef Rambold musste um seine Wasserrechte kämpfen und die Wasserrechte wurden ihm daraufhin zugesprochen.
Die Brauerei blieb über mehrere Generationen im Familienverband Schaudeck, bis der letzte von ihnen, Joseph Schaudeck, die Braustätte am 12. August 1835 an Martin Maier verkaufte. Einer seiner Söhne, Georg Maier, war gleichzeitig Bürgermeister des Marktes Pleinting. Nach mehrmaligem Eigentümerwechsel erwarb der Privatier Zech aus Thanndorf für 67.000 Mark das Brauereianwesen mit allen Ökonomiegebäuden. Mit seinem Tod 1902 war das Ende der Brauerei besiegelt.
Am 10. Juni 1903 schreibt die Freiherrlliche von Arentin`sche Güterinspektion Haidenburg, Niederbayern:
„An die verehrl. Gemeindeverwaltung Pleinting. Mit diesem melden wir die vorm. Zech`sche Brauerei […] dort als Brauerei ab und als Gastwirtschaft an und ersuchen, des weiteren behufs Umschreibung bei dem Kgl. Rentamte Vilshofen veranlassen zu wollen.“
Das denkmalgeschützte markante Gebäude wurde seitdem von verschiedenen Pächtern als Gastwirtschaft genutzt, wie von den Familien Diesinger und Schneider.
Nach einer grundlegenden Sanierung durch einen Privatinvestor soll das Anwesen für andere kommerzielle Zwecke Verwendung finden.

Rudolf Drasch

ehemalige Brauerei Zech

Links die ehemalige Brauerei Zech Nr. 49, später Gasthaus Schneider ꟾ Erich Fuchs

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